Der Schlüssel für entspanntes Stillen unterwegs – 10 Tipps für mobile Mütter

angelegt_iZur Zeit vermeldet fast jeden Tag irgendeine Zeitung oder eine Online-Nachrichten-Seite einen neuen Fall von Anfeindungen gegenüber in der Öffentlichkeit stillenden Müttern.
Ich finde Stillen in der Öffentlichkeit, oder noch allgemeiner Stillen unterwegs sollte tatsächlich Thema sein. Allerdings unter einem völlig anderen Aspekt! Wie sichtbar oder unsichtbar eine Mutter unterwegs stillt sollte nur sie selbst angehen. 
Als stillende Mütter sollten wir nicht Vermeidungsverhalten zeigen und uns aus den falschen Gründen zuhause eingraben.
Thema sollte vielmehr sein, wie Du  Dich bei den „Still-Picknicks“ auch an den unterschiedlichsten Orten wie zuhause fühlen kannst.

ENTSPANNTES STILLEN UNTERWEGS-
10 PRAXISERPROBTE TIPPS

  1. SUCHE DIR EINE NETTE BEGLEITUNG
    FÜR DIE ERSTEN AUSFLÜGE AUS!

    Wenn Du die ersten Touren in „still-länge“ unternimmst, d.h. wenn Du die ersten Male lange genug unterwegs bist, dass es wahrscheinlich ist, dass Dein Baby Hunger bekommt, kann es sehr hilfreich sein, vertraute Unterstützung dabei zu haben. Ob das Dein Mann ist, Deine Freundin oder Deine Mutter, ist ganz egal. Hauptsache der- oder diejenige stehen voll und ganz hinter Deinem Stillwunsch und voll und ganz hinter Deinem Plan, ein kleines Still-Picknick einzulegen.
    Eine Begleitung kann praktisch sein zum Beispiel beim Handling (sozusagen ein paar zusätzliche Hände) bis Du und Dein Baby eingespielter und routinierter seid. Eventuell kannst Du Deinen Unterstützer oder Deine Unterstützerin auch als Sichtschutz einsetzen.
    Am allerwichtigsten aber ist die emotionale Komponente!
    Du brauchst jemanden, der Dir hilft, Unsicherheit zu nehmen,
    Dir hilft, Dich zu entspannen und Dich wohl zu fühlen.


  2. DEN PLATZ AN DEM DU STILLEN MÖCHTEST AUSZUSUCHEN, IST ALLEIN DEINE SACHE!

    Im Rahmen der Berichterstattung zum Stillen in der Öffentlichkeit wurde immer wieder erwähnt, wie Mütter in Restaurants beispielsweise für die Stillmahlzeit auf die Toilette geschickt wurden. Mir ist es ziemlich egal was es für ein Ort ist, solange die stillende Mutter selbst sich dort wohlfühlt und sie den Ort selbst gewählt hat.
    Ehrlichgesagt gab es auch schon Situationen, in denen ich selbst rasch auf der Toilette eines Restaurants gestillt habe. Die Essensgesellschaft bestand aus Kunden meines Mannes und ich fühlte mich in diesem Moment einfach wohler, das Stillen nicht zum Thema zu machen, Punkt. Die Toilette in diesem Restaurant war kein ekliger Ort und hatte im Vorraum einen schlichten Stuhl, der mir und meinem Sohn für einen kurzen Snack genügte. (Allerdings waren wir auch gut eingespielt und routiniert) Ein anderes Stillpaar hätte in der gleichen Situation vielleicht eine andere Lösung gewählt. Wieder eine andere Mutter hätte vielleicht gar keine Lust gehabt, zu solch einem Anlass mit ihrem Stillkind überhaupt mitzukommen.
    Wichtig ist, dass es Deine Entscheidung ist. Wenn Du in einem Restaurant am Tisch stillen möchtest oder ob Du es in dieser Situation vorziehst, Dich zurückzuziehen: Du entscheidest, es hängt allein von Dir ab!
    Was Du allerdings in die Wahl des Platzes miteinbeziehen solltest, ist dass es (jahreszeitlich entsprechend) dort zum Beispiel vor Sonne oder Wind einigermaßen geschützt sein sollte, und auch nicht zu kühl ein sollte. Gerade Kälte und Zugluft am Rücken können den Milchfluss bremsen.


  3. PROBIERE AUS, WAS DU ALS STILLKISSENERSATZ NEHMEN MÖCHTEST

    Gerade bei noch kleinen Babys benötigen viele Mütter eine Unterstützung des Armes der das Baby in Position hält. Das ist auch gut so, denn eine bewährte Regel beim Stillen lautet: Das Kind zur Brust und nicht die Brust zum Kind.
    Das heißt: Du solltest bequem sitzen und das Kind zu Deiner Brust bringen und wenn nötig in dieser Position so „abpolstern“, dass es nicht weg rutscht.
    Es sollte nicht so sein, dass Du Dich zum Stillen irgendwie in Richtung Baby beugst und auch nicht so, dass Du aktiv Dein Neugeborenes halten musst.
    Damit Du das entspannt schaffst, ist es gerade am Anfang oft nötig, dass Du auch unterwegs etwas hast, das Du als Stillkissen bzw. als Stillkissenersatz benutzen kannst. Ob das Deine zusammengerollte Jacke ist, ein Kissen auf dem Sofa in der Hotellounge oder ob Du Dir tatsächlich ein Stillkissen mitnimmst (es gibt mein bevorzugtes Lieblingsstillkissen sogar auch als aufblasbare Version), egal!
    Hauptsache, Du kannst es Dir an Eurem Eßplatz entspannt gemütlich machen.
    Je älter Dein Kind wird und je eingespielter Ihr seid, desto einfacher wird es mit der Zeit, auch ganz ohne Armunterstützung anzulegen.


  4. TRAGE DAS RICHTIGE OBERTEIL

    Es muss nicht unbedingt ein extra „Still-T-Shirt“ sein (auch wenn diese manchmal sehr praktische „Brustzugänge“ haben), es sollte einfach ein Oberteil sein, bei dem Du leicht an Deine Brust kommst, aber diese auch schnell wieder „eingepackt“ ist.
    Wenn Dein Oberteil nicht zu eng ist, kannst Du es beispielsweise anheben um zu stillen und der hochgeschobene Teil liegt dann bereits wie eine Art Sichtschutz über Brust und Kind.
    Wenn Du ein Oberteil zum aufknöpfen (z.B. ein Polohemd oder eine Bluse) oder mit Reißverschluss hast, musst Du zum einen darauf achten, dass die Knopfleiste bzw. der Reißverschluss überhaupt weit genug zu öffnen ist, dass Du auch bequem an Deine Brust kommst (ist nicht bei allen Polos gegeben!), zum anderen kann es auch sein, dass Du sobald Du die Brust auf diese Weise ausgepackt hast, recht „exponiert“ bist und man viel von Brust und Kind sieht.
    Das Gleiche gilt für Oberteile, die Du einfach nach unten ziehst, um Dein Baby anzulegen.
    Wenn der Ort an dem Du stillst einer ist, an dem Du Dich damit wohlfühlst, wunderbar! Wenn es aber ein Ort ist, an dem Du dekolteetechnisch lieber etwas mehr Privatshäre wünschst, beherzige den nächsten Tipp…


  5. WERDE HALSTUCHFAN

    Wenn das Oberteil, welches Du trägst wie gerade beschrieben dazu neigt, etwas mehr Dekolleté offenzulegen und Dir das in der entsprechenden Situation aber unangenehm ist, hilft wunderbar ein großes Halstuch, das Du entsprechend positionieren kannst.
    Du kannst Deinem Baby und Deiner Brust eine Art Mini-Zelt bauen oder das Tuch einfach über die Brust legen (wie wenn Du das Oberteil hochziehen würdest). Es ist auch nicht nötig, dass Du das Tuch zwischen den Stillmahlzeiten wirklich um den Hals trägst. Es genügt, es als flexiblen unauffälligen Sichtschutz dabei zu haben, falls Dir danach ist.


  6. ODER WERDE TRAGETUCH/ TRAGEHILFENFAN

    Es funktioniert auch, Babys im Tragetuch, im Sling oder in einer anderen Tragehilfe quasi „nebenher“ zu stillen, ohne dass Du Dein Kind dazu auspacken musst. Natürlich kommt dies auch ein wenig darauf an, was Du trägst und wie die Trageposition ist. Hier kann eine Trageberaterin Deine Fragen dazu sicher beantworten und Dir gute Tipps zu geeigneten Bindearten und Tragehilfen geben.


  7. ZÖGERE DIE STILLMAHLZEIT UNTERWEGS NICHT ZU LANGE HERAUS

    Denn ein schon sehr ungeduldiges schlecht gelauntes Baby ist schwerer anzulegen. Gerade wenn man unterwegs nicht all zuviel Aufmerksamkeit auf sich ziehen möchte. Klar schreien Babys immer wieder einmal, auch unterwegs und das ist vollkommen ok. Auch die anderen Leute fühlen sich davon meist gar nicht einmal so sehr gestört. Was meist schwerer wiegt, ist dass die Mütter selbst -gerade in der Öffentlichkeit- durch ein unruhiges Kind sehr schnell unsicher und nervös werden. Das wiederum ist nicht förderlich für das reibungslose Stillen.
    Also lass es nach Möglichkeit gar nicht erst so weit kommen!


  8. WENN DU LÄNGER UNTERWEGS BIST, BIETE DEINEM BABY IMMER DANN DIE BRUST AN, WENN DU GERADE EINEN GEEIGNETEN PLATZ GEFUNDEN HAST

    Dieser Punkt ergibt sich als logische Folge aus dem letzten Punkt. Gerade wenn Du länger unterwegs bist, nutze jede Gelegenheit in der es bequem möglich ist, Deinem Baby die Brust anzubieten.
    Damit vermeidest Du (zumindest meistens), dass Dein Baby genau dann trinken möchte, wenn es gerade gar nicht geht.
    Und wenn es trotz Angebot nicht trinken möchte? Kein Problem, weist Du, dass es noch etwas länger aushält.


  9. WANN IMMER DU LANGE GENUG UNTERWEGS BIST, DASS DU VERMUTLICH STILLEN WIRST, NIMM AUF JEDEN FALL ETWAS ZUM WICKELN MIT

    Du meinst das ist selbstverständlich? Ja, sollte es sein, denn eine Mahlzeit regt bei Babys die Verdauung an und führt oft dazu, dass sie noch während oder kurz nach der Stillmahlzeit Stuhlgang haben. 
    Wechselwäsche gehört da übrigens auch dazu. Es gibt nichts Frustrierenderes, als in der Mitte eines Ausflugs oder Shoppingtrips umkehren zu müssen, weil Dein Kind sich nass gepinkelt hat.


  10. ERWEITERE DEINE KREISE NACH UND NACH

    Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Du musst nicht gleich alle Erledigungen auf Einmal abarbeiten oder gleich einen ganzen Tagesausflug machen. Gestehe Dir und Deinem Baby zu, dass Ihr Euch auch unterwegs erst einmal gemeinsam als Team einspielen müsst. Geht doch einfach erst einmal auf einen kleinen Spaziergang durch Eure vertraute Umgebung, zum Beispiel zu einem leckeren Kuchen in Dein Lieblingscafe. Und wenn Du Dich dabei sicher fühlst, kannst Du Euren Radius und die Zeit die Ihr unterwegs seid erweitern, nach und nach.

In diesem Sinne: Entspannt Stillen!

PS: Ich freue mich über Eure „Still-Picknick“ Fotos von unterwegs, per Mail oder auch über eine Kommentar
PPS: Wenn Ihr eine Freundin habt,der diese Tipps zum unterwegs stillen auch weiterhelfen würden, teilt sie gerne!

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